Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Was geht, was nicht?

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Spideristi
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Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Mo Sep 13, 2010 6:42 pm

So, bin wieder da, ich war mit meinem Spider jetzt ein paar Tage in den Dolomiten. Sonnenschein und freie Straßen, soweit alles genial... - nur:

Gestern Abend hat mein Motor nach einer 1,5-stündigen-Hochdrehzahlorgie in der anschließenden "Normalfahrphase" (bergab) dann auf einmal angefangen rumzuzicken:
Erst hat er ein bisserl "gespotzelt" und dann auf einmal heftig metallisch zu klappern angefangen, so daß wir sofort angehalten haben. Bei der anschließenden Ölstandskontrolle mußte ich feststellen, daß mein Ölstand zwar eigentlich noch ok war, aber eben doch nur noch im unteren Viertel der Meßstabmarkierung lag - obwohl ich zwei Tage vorher noch vorsorglich 0,5l Öl nachgefüllt hatte und wir seitdem nur knapp 400km gefahren waren. Hm, könnte vielleicht an den gefahrenen Drehzahlen und den hohen Kurvengeschwindigkeiten gelegen haben, oder?

Dem klappern nach dachte ich zuerst, daß ich einen Kolbenklemmer oder schlimmeres produziert habe, aber offenbar wars "nur" ein Tassenstössel, der ein bisserl leer gelaufen war. Das klappern ist nämlich nach Ölnachfüllung und vorsichtigem Neustart der Maschine dann nach ca. 30 Sekunden leiser geworden und schließlich wieder ganz verschwunden.

Bei der anschließenden Fahrt ins Tal ist mein Motor dann auf ein mal nur noch völlig unrund gelaufen und ich hab mich nochmal so richtig erschrocken! Das fühlte sich irgendwie wie eine "verbogene Kurbelwelle" an, so heftig schüttelte sich der Motor. Ich tippe aber mal auf irgendwelche Zündaussetzer, denn noch bevor ich anhalten konnte und genau so plötzlich, wie dieses "schütteln" begann, so plötzlich wars dann auch ein paar Sekunden später schon wieder verschwunden. Und bei der anschließenden, gemächlicheren Fahrt ins Hotel war wieder alles ok.
Ob und wie diese Zündaussetzer vielleicht mit dem Tassenstössel in Verbindung gebracht werden können - keine Ahnung..!??
Hat jemand von Euch vielleicht eine Idee??

Bei der 300km-Heimfahrt heute blieb dann auch alles in Ordnung, Phänomen "selbstheilender Motor", kein klappern, keine Auffälligkeiten, nichts. Komisch, aber schon besser so, als wenn wir meine Kiste huckepack mit Motorschaden aus Italien hätten heimbringen müssen...

Werde jetzt aber zu Hause mal in Ruhe schauen müssen, woher denn diese Zündaussetzer kamen. Wäre toll, wenn irgendjemand von Euch vielleicht einen Tipp für die Fehlersuche für mich hätte...
Danke!
Markus

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herbyei
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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon herbyei » Mo Sep 13, 2010 9:00 pm

hallo markus,

als ganz frei konnte ich die dolomiten nicht beschreiben, da waren am sonntag haufenweise langsamfahrende italos unterwegs als ich diesmal mit dem motorrad 880km kreuz und quer die dolos abspulte.
wo hast du dich denn da genau versteckt?

ölstand ist bei mir genauso, aber ein klappern oder so hatte ich letzte woche nach meiner 24-stündigen fahrt keine. nur bei motoren, bei denen das öl komplett nach unten abläuft, hört man normalerweise nur beim starten ein kurzes klackern. moment da fällt mir gerade was ein, bei meinem chrysler hab ich ab und zu dieses klappern, mach ich die zündung wieder aus und nach wenigen sekunden wieder an, dann schnurrt der motor wie ein kätzchen. da kommt es definitv von der elektronik sprich steuerteil.

auch die anderen anzeichen von dem schüttelnden motor hätt ich normalerweise auf einen marderverfressendes zündkabel getippt, da das am spider aber nicht ist, tippe ich mal auf folgendes:
schau dir mal den stecker am steuergerät an, ob dieser richtig sitzt und auch die kabel, ob da nicht eins gescheuert ist.
schau auch mal, ob alle sicherungen und relais noch richtig gesteckt sind, nicht selten sind es solche kleinigkeiten.

gruß herb
____||----||____
Gruß Herb

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon sascha h-k » Fr Sep 17, 2010 12:39 pm

hi markus,

nach unserem telefonat habe ich nachgedacht ...

welches öl verwendest du ?

es sollte schon ein synthetisches sein, wie Castrol EDGE FORMULA RS SAE 10W-60 ..

ein 10w-30 ist bei dauervollgas sicher etwas "dünnflüssig", ergo wie wasser.

ausserdem, mach' x neue kerzen rein und achte dabei auf den richtigen elektrodenabstand.
grüße, sascha

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Fr Sep 17, 2010 1:52 pm

herbyei hat geschriebenColonhallo markus, als ganz frei konnte ich die dolomiten nicht beschreiben, da waren am sonntag haufenweise langsamfahrende italos unterwegs als ich diesmal mit dem motorrad 880km kreuz und quer die dolos abspulte. wo hast du dich denn da genau versteckt?
Hallo Herbert!
Kann ich Dir jetzt so aus dem Stegreif gar nimmer so alles sagen, aber auf den (Neben-)Strecken, auf denen wir unterwegs waren, waren wir fast allein. Wir haben z.B. das Würzjoch, den Passo Duran und noch so ein paar andere Exoten mitgenommen. Merke: Am Wo-Ende niemals die Sella-Runde fahren, sondern da immer woanders rumspidern! 8)


sascha h-k hat geschriebenColon...welches öl verwendest du ?
es sollte schon ein synthetisches sein, wie Castrol EDGE FORMULA RS SAE 10W-60...
Servus Sascha!
Genau! Drum verwende ich auch schon immer genau dieses 10W-60er von Castrol. 0W-30 ist für unsere Mittelmotorschleuder viel zu dünn, da kommt man bei den im Spider erreichten Temperaturen mit den nachschütten nimmer hinterher - hatte ich vor ein paar Jahren auch schon mal festgestellt... :o

sascha h-k hat geschriebenColon...ausserdem, mach' x neue kerzen rein und achte dabei auf den richtigen elektrodenabstand.
Bzgl. Zündkerzen:
Könnte sein, hab ich mir auch schon überlegt, schließlich hab ich immer noch die originalen von 1996 drin, obwohl die ca. 30-40.000km eigentlich schon abkönnen sollten...
Ich werd einfach zum Jahresende mal einen großen Service incl. ALLEM machen, Zahnriemen ist nach 5 Jahren eh auch schon wieder fällig, dann wird das hoffentlich wieder alles passen. In der Zwischenzeit werde ich nochmal die Kontakte am Steuergerät und von der Zündeinheit überprüfen, vielleicht ist da ja irgendwas nimmer so toll in Ordnung...?
Markus

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Mo Sep 20, 2010 12:45 pm

So wies ausschaut, muß ich mich um meine Zündproblem jetzt wohl doch schon ein bisserl früher kümmern und kann nicht mehr bis Jahresende warten:
Nachdem der Spider am Samstag wie ein Uhrwerk lief und keinerlei Auffälligkeiten erkennen ließ, bin ich im Gegensatz dazu einen Tag später dann bei einer kleinen Ausfahrt wieder auf einmal nur noch mit massiven Zündaussetzern und Warnblinkanlage nach Hause gekommen... :evil: An den Steuergerätkontakten lags übrigens nicht, die waren alle einwandfrei - dann werd ich mich jetzt mal den Zündkerzen widmen...

In einem anderen Beitrag hab ich schon gelesen, daß Rolf S. aus der Schweiz auf Empfehlung von Herrn Tönges / RENAUTLsport z.B. bei sich die "Champion RC 61 YC" verbaut hat (als Ersatz für die nicht mehr lieferbare "Champion RC 503 C") und damit sehr zufrieden ist. Allerdings hat Rolf wohl nicht nur den Cup-Auspuff (wie ich auch) drauf, sondern sein Steuergerät ist damals wohl auch bei RENAUTLsport in Köln modifiziert worden.

Gibts vielleicht jemanden von Euch, der ebenfalls einen Cup-Auspuff drauf hat, diesen jedoch ohne Steuergeräteänderung fährt und in letzter Zeit seine Kerzen gewechselt hat?
Was habt Ihr bitte aktuell für Zündkerzen drin?
Danke!
Markus

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon sascha h-k » Mi Sep 22, 2010 5:44 am

kerze passt auch ohne verändertem steuerkastl.
grüße, sascha

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Alf aus Baden » Mi Sep 22, 2010 6:47 pm

Nicht vergessen, 4 Zündspulen hat der Spider auch, vielleicht liegt es auch daran.

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon YellowSpider » Mi Sep 22, 2010 9:03 pm

Hi Markus,
ich hartte dies auch schon immer wieder mal über die Jahre bei meinem Spider. Es sind Aussetzer, die Kiste ruckelt und sprotzt, Du gibst Gas es geht nix, so als wäre der Sprit alle.

Bis dato habe ich gar nichts gemacht. Das letzte mal habe ich an den Kontaktsteckern gerüttelt, an allen wo sichtbar Kabel verliefen. Dann war es wieder ok. Es gibt einen spezifischen Stecker, ich glaube ein grüner, der ist wohl als Ursache bekannt. Schau mal im Forum. Ich habe da damals auch was zu gepostet. Da gab es auch den Hinweis auf diesen Stecker.

LG
Stephan
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Spideristi
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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Sa Sep 25, 2010 2:50 pm

Bedingt durch die aktuellen Zündprobleme an meinem Motor hab ich mich letzte Woche mal um die richtigen Ersatzkerzen für unsere Spider-Motoren gekümmert. Über den Herrn Ralph Weishaupt von RENAULT-Motorsport, welchen ich telefonisch kontaktiert hatte bin ich dann zur Lösung meines Problems an das RENAULT-Autohaus KIRFEL in Adenau (Nähe Nürburgring) verwiesen worden. Das Autohaus Kirfel hat lt. Herrn Weishaupt für RENAULT-Motorsport seit einiger Zeit die Betreuung und Instandhaltung der Werks-Spider übernommen, die für Presse- und sonstige -Zwecke bei RENAULT-Motorsport in Brühl zur Verfügung stehen.

Mein tel. Nachfrage beim RENAULT-Autohaus KIRFEL ergab dann, daß dort Herr Patrick Kirfel der Spezialist für unsere Spider ist.
(Solltet Ihr also vielleicht sonst noch mal irgendein Problem mit Eurem Spider haben und u.U. in der Nähe von Adenau zu Hause sein, wird Euch Herr Patrick Kirfel auch dann sicherlich gerne weiterhelfen, Tel.: 02691.2583 oder per eMail unter kurt.kirfel (ätt) t-online (punkt) de .)

Herr Kirfel teilte mir mit, daß Spider-Motoren, bei denen nichts am Steuergerät verändert wurde, wohl am besten mit der Standardkerze von RENAULT laufen sollen. Auch auf meine Frage, ob mein angebauter Cup-Auspuff daran etwas ändern würde, antwortete mir Herr Kirfel, daß auch der Anbau einer Cup-Tröte ohne Steuergeräteänderung keine andere Kerze als die "Normale" erforderlich mache.

Die "Normale" ist eine RFC57LS3 vom Hersteller "Eyquem", aktuelle Renault-Nr. 7700 500 132.

Hr. Kirfel wies mich noch darauf hin, daß diese Kerzen zwar eigentlich nichts besonderes sind, er aber von evtl. Vergleichstypen anderer Hersteller wie z.B. NGK, BERU oder sogar BRISK ausdrücklich abrät, auch wenn diese Vergleichstypen ebenso wie die von Eyquem über diese 3-Elektroden-Bauform verfügen!
Wohl nicht nur, weil er selbst seine originalen RENAULT-Ersatzteile verkaufen möchte, sondern wohl vor allem deshalb, weil unsere Spider-Motoren in Verbindung mit unserem Spider-Steuergerät wirklich sehr empfindlich auf andere Kerzen reagieren sollen... - aber das hatte Sascha ja auch schon einmal erwähnt..!!

Als ich mir gestern dann diese Kerzen bei einem RENAULT-Händler in München, wo ich grad unterwegs war, besorgen wollte, waren diese Eyquem-Typen bei diesem leider nicht auf Lager. Auch dieser Händler (besitzt selbst zwei Spider) bestätigte mir ebenfalls noch einmal, daß auch er mir nur zu diesem einen Typ raten würde und verwies mich deshalb umgehend an die RENAULT-Hauptniederlassung in München am Frankfurter Ring, wo diese Kerze vorrätig war und ich sie mir dann auch dort abholen konnte.
Für 4 Stück "Eyquem RFC57LS3", Renault-Nr. 7700 500 132 hab ich dort 25,17 EUR incl. Merkelsteuer bezahlt.

Eingebaut habe ich die Kerzen noch nicht, da ich hierfür erst noch mein Werkzeug um ein paar spezielle Qualitätsteile erweitern möchte. Sobald die Kerzen drin sind und ich irgendwas berichten kann, schreibe ich hier wieder...


Neben den Kerzen hab ich dann immer noch die weiteren Fehlerquelle-Möglichkeiten
a) Thermostat/-gehäuse korrodiert
b) Ventildeckeldichtung undicht, Kerzenkontakte verölt
c) Zündspulen defekt
im Auge. Mal schaun, worans wirklich liegt und wies weitergeht...
Danke in jedem Fall schon mal herzlich für Eure Tipps, Anrufe und eMails - SUPER!!! :P
Markus

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Chris
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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Chris » Sa Okt 02, 2010 9:23 pm

ich tippe mal auf B) hatte ich nunmehr fast nach jedem Winter. Immer dann wenn ich keine Zeit hatte den Motor mal laufen zu lassen, um die Dichtungen feucht zu halten und dann hat´s die Dichtung durchgehauen und das Öl stand dann in den Kerzenschächten bis hin zum absaufen der Stecker.

Gruß
Chris

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » So Okt 03, 2010 2:04 pm

Wenn endlich mal mein bestelltes Werkzeug kommt, dessen Lieferung mir der Vertreter bereits für letzten Freitag versprochen hatte, dann könnte ich die Ursache vielleicht auch endlich mal überprüfen... :o :evil:
Markus

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Mo Okt 11, 2010 4:38 pm

So, am Samstag hab ich endlich die Zündkerzen an meinem Spider ausgebaut und gewechselt, das wäre mit meinem neuen Werkzeug ja jetzt eigentlich ruckzuck erledigt gewesen... 8)

Aber nur eigentlich, denn...:
Bevor ich die Kerzen letztendlich wechseln konnte, mußte ich erstmal aus 3 der 4 Kerzenbohrungen im Zylinderkopf mühsam das Motoröl entfernen, welches sich dort bis zur Kontaktoberkante der Kerzen angesammelt hatte... :evil: ...also schätze ich wirklich, daß die Kontakte meiner Kerzen mittlerweile eben so weit mit Öl geflutet waren, daß dort einfach kein vernünftiger Zündfunke mehr zu Stande kommen konnte.

Um die Kerzenbohrungen vorm Kerzenausbau wirklich 100%ig trocken und sauber zu bekommen, hab ich neben dem Zündmodul auch gleich den kompletten schwarzen Ventildeckel abgenommen - hierzu muß man zwar die 16 Schrauben des Ventildeckels lösen, kommt dann aber viel einfacher an den eigentlichen Zylinderkopf dran.
Dort hab ich dann die einzelnen Kerzenbohrungen mangels einer von der Größe her passenden Absaugspritze dann in mehreren Durchgängen mit Toilettenpapier trockengelegt. Dazu habe ich immer jeweils ein Toilettenpapierblatt durch wickeln um einen Schraubenzieher zu einer Papierrolle geformt, diese Rolle dann in die Kerzenbohrung über die jeweilige Kerze gestülpt und diese Papierrolle dann unter Zuhilfenahme eines schmalen und langen Schraubenziehers sowie eines 3x200mm Splinttreibers vorsichtig in die Tiefen der Kerzenbohrungen rund um die Kerze hineingedrückt. Nachdem sich diese Papierpakete dann mit dem Öl darin vollgesaugt hatten, habe ich diese wieder mittels einer langen Pinzette am Stück herausgeholt und entfernt. Diesen Vorgang hab ich solange wiederholt, bis die Kerzenbohrung eben trocken und sauber waren. Hierbei empfiehlt sich übrigens das tragen von Montagehandschuhen, da die Dichtflächen des Zylinderkopfes zum Ventildeckel hin an den Kanten messerscharf sind - bei mir ist am Samstag einiges an Blut geflossen, weil ich das leider erst zu spät gecheckt hatte und mich dann auf einmal über mein verschnittenen Finger gewundert habe... :lol:

Nachdem mein Motor dann endlich trocken war hab ich die alten Kerzen einzeln ausgeschraubt (wie ich dabei an den alten Zündkerzen erkennen konnte, war die Färbung der Zündkontakte normal-rehbraun, also sollte in den einzelnen Zylinder verbrennungstechnisch alles ok sein) und dann die neuen Zündkerzen (EYQUEM RFC57LS3) handfest eingedreht. Danach habe ich die neuen Kerzen unter Verwendung eines Drehmomentschlüssels noch mit 25Nm festgezogen (unser Spider-Reparaturhandbuch MR319 empfiehlt auf Seite 17.2 hierfür ein Kerzenanzugsdrehmoment von 25-30Nm).

Dann hab ich sowohl die Dichtung im Ventildeckel als auch die Dichtfläche auf dem Zylinderkopf vorsichtig mit einem weichen Lappen von Dreck gereinigt und dabei penibel darauf geachtet, daß keine Späne o.ä. oben in den Nockenwellenraum gefallen sind. Danach hab ich den Ventildeckel wieder aufgesetzt und die 16 Schrauben mit 20Nm festgezogen.

Ganz wichtige Frage hierzu:
Weiß jemand von Euch bitte die wirklichen vorgeschriebenen Anzugsdrehmomente für die Schrauben des Ventildeckels am Spider-Motor?


Denn hierzu habe ich in meinen Unterlagen leider nirgends irgendwelche Drehmomentangaben entdecken können - und die von mir am Samstag gewählten 20Nm sollen nach gestriger Rücksprache mit einem Bekannten bei einem Aluminiumzylinderkopf wohl schon zu hoch sein... - hier sollen angeblich nur handfeste 8-10Nm reichen..!! Kann das sein? Ich möchte die Alugewinde des Zylinderkopfes natürlich keinesfalls überbeanspruchen, aber dicht soll der Ventildeckel natürlich auch irgendwie sein...?!?

Danach hab ich das Zündmodul wieder eingesetzt und dieses mit 29Nm festgezogen (lt. Spider-Handbuch MR319 auf Seite 12.2 bei Spalte "Zündung").

Den Motor hab ich seitdem aber noch nicht angelassen, da ich bitte erst noch dies mit dem korrekten Anzugsdrehmoment für die Schrauben des Ventildeckels mit Euch klären möchte...
Erbitte Antworten, danke!!
Markus

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon herbyei » Mo Okt 11, 2010 7:42 pm

hallo markus,

hab dir per mail ne zeichnung mit den drehmomenten zukommen lassen.
solltest eigentlich ne neue dichtung verwenden.
____||----||____
Gruß Herb

Spideristi
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Re: Anzugsdrehmoment Ventildeckelschrauben

Beitragvon Spideristi » Mo Okt 18, 2010 4:05 pm

Hallo Herbert!
Danke nochmal für Deinen eMail- und Telefon-Support, super!! :P

Und hier jetzt noch mal für alle die korrekten Anzugsdrehmomente für den Spider-Ventildeckel - es ist nämlich nicht ganz egal, wie man die 16 Schrauben anzieht, damit der Ventildeckel danach auch wieder gleichmäßig angezogen wird und dicht ist. Auch wenn davon in unserem Reparaturhandbuch MR319 erstmal gar nix steht...: :oops:

Der schwarze Spider-Ventildeckel aus Kunststoff ist insgesamt mit 16 Stück Schrauben am Zylinderkopf befestigt.
Davon sind 8 Schrauben bereits von außen sichbar, nämlich je 4 Schrauben am vorderen und hinteren Ventildeckelrand (als den "hinteren Ventildeckelrand" und unten als "Reihe 1" bezeichne ich die Schraubenreihe "in der Mitte" des Spiders, also die hinter Schraubenreihe bei der Öleinfüllöffnung).
Die anderen 8 Stück sind erst nach Ausbau des Zündmoduls unter diesem zu sehen.
Wenn Ihr dann hinter Eurem Spider steht, habt Ihr quasi 4 Reihen mit je 4 Schrauben vor Euch, welche ich jetzt mal wie folgt für Euch für die korrekte Schraubenanzugsreihenfolge von 1-16 durchnummeriere (alle Arbeiten am kalten Motor durchführen!):

Reihe 1: 01 / 12 / 13 / 02
Reihe 2: 11 / 06 / 07 / 14
Reihe 3: 10 / 05 / 08 / 15
Reihe 4: 04 / 09 / 16 / 03

Zum Arbeitsablauf:
- die Eckschrauben in der Reihenfolge von 01 bis 04 mit je 8Nm anziehen
- die restlichen Schrauben in der Reihenfolge von 05 bis 16 "von innen im Kreis nach außen im Kreis" mit je 12Nm anziehen
- die Eckschrauben wieder in der Reihenfolge von 01 bis 04 lösen
- die Eckschrauben wieder in der Reihenfolge von 01 bis 04 mit je 12Nm anziehen.

Danach das Zündmodul wieder aufsetzen und die 7 Schrauben davon ebenfalls wieder festziehen. Hierzu haben wir keinerlei Angabe für die korrekten Anzugsdrehmomente finden können. Ich haben dann alle 7 Schrauben des Zündmoduls genauso wie die vom Ventildeckel mit jeweils 12Nm festgezogen, das erscheint mir ausreichend fest (die von mir im vorigen Posting genannten 29Nm für die Schrauben des Zündmoduls waren falsch, die 29Nm beziehen sich lt. unserem Handbuch nämlich nur auf den Klopfsensor!!);
Fertig! 8)
Markus

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Re: Tassenstössel defekt? Zündaussetzer?

Beitragvon Spideristi » Mo Okt 18, 2010 4:47 pm

So, nachdem jetzt die neuen Kerzen verbaut waren und letztendlich auch der Ventildeckel wieder mit den korrekten Drehmomenten an seinem Platz war, hab ich letzten Freitag Nacht dann endlich die erste kleine Probefahrt mit meinem Spider gemacht - leider mit enttäuschendem Ergebnis...: :roll:

Die ersten zwei zaghaften Kilometer lief der Motor normal und stabil, die Gasannahme war in allen unteren Warmfahrdrehzahlen einwandfrei.
Dann aber hat er wieder ziemlich aprupt zu spotzeln und unrund zu laufen begonnen, das Standgas nach dem anhalten war sogar so unruhig schwankend zwischen 500-1000UPM, daß dabei der Motor sogar ganz ausging... :evil: :cry:
Ich hab den Motor dann wieder angelassen (was überraschenderweise problemlos ging) und bin mal vorsichtig so mit 3.000UPM/100km/h auf der leeren Landstraße ca. 15km weiter gefahren, bis der Motor halt Betriebstemperatur hatte. Und das komische dabei: Bei 3.000UPM schnurrte der Motor einwandfrei vor sich hin, nur so ca. ab 2.800UPM und darunter hat er dann wieder rumgezickt. Hat man dann wieder erneut vorsichtig Gas gegegeben und beschleunigt blieb das rumgespotzle bis 2.800UPM auffällig vorhanden - aber >2.800UPM lief der Motor dann sofort wieder 1A - einwandfrei und drehfreudig ohne Probleme bis an den Begrenzer, so als wenns kein Morgen geben würde...
Mit den gleichen Symptomen bin ich dann insgesamt so ca. 60km weitergefahren. Aber die Symptome blieben die gleichen - unterhalb von 2.800UPM hat er stets gezickt, darüber war dann wieder kein Defekt festzustellen. Ganz im Gegenteil, ich hatte da sogar den Eindruck, daß der Spider jetzt um einiges besser geht als vor dem Kerzenwechsel - aber das könnte ja jetzt wirklich nur an den neuen Kerzen liegen.
Bei meiner Testfahrt meinte ich außerdem festgestellt zu haben, daß der Spider-Motor etwas schneller warm wird als sonst. Immerhin hatten wir am Freitag keine 4°C Aussentemperatur, aber die Temperaturnadel der Wassertemperaturanzeige bewegte sich trotzdem kurz nach einem Beschleunigungsvorgang von der 90°C-Mitte der Temperaturuhr nach rechts in wärmere Anzeigebereiche. Zwar alles noch stets im grünen Bereich, aber mir kam der Temperaturanstieg dabei irgendwie schneller vor wie sonst, vor allem bei diesen kühlen Aussentemperaturen...?!?
Aber das kann ich mir natürlich auch nur eingebildet haben, keine Ahnung...

Und das löst natürlich nicht das Problem mit dem Rumgespotzle bis 2.800UPM, d.h. die Fehlersuche geht weiter... :roll: :cry:

Ich werde mich in der nächsten Zeit dann also doch noch mit dem
a) Thermostat/-gehäuse (evlt. korrodiert?) und den
b) Zündspulen (defekt? Aber dagegen spricht eigentlich der einwandfreie Motorlauf >2.800UPM?)
beschäftigen müssen.

Bei der Durchsicht unserer Motorhandbuches MR319 mußte ich auch noch feststellen, daß wir doch schon recht viel Elektronik und Sensoren in unserer spartanischen Badewanne und am Motor verbaut haben und daß da bei der Fehlersuche auch immer wieder von dem "elektronischen Testkoffer XB-25" und einer "Optima-Teststation" die Rede ist. Und falls man das halt nicht hat (so wie ich Hobbyschrauber), dann sind noch endlose Fehlersuchprozesse in unserem Handbuch aufgemalt... :o :roll:

Fällt sonst jemanden von Euch noch was zu meinen jetzt beschriebenen Problemen ein, womit man die Fehlersuche vielleicht noch ein bißchen eingrenzen oder abkürzen könnte?
Ich bin wirklich für jeden Hinweis sehr dankbar...!!
Markus

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